Hasenpest

Tularämie oder Hasenpest ist eine häufig tödlich verlaufende ansteckende Erkrankung bei frei lebenden Nagetieren und Hasenartigen. Die Erkrankung kann auf den Menschen übertragen werden, die Bezeichnung für diese Art der Übertragung ist Zoonose. Schon geringe Keimzahlen reichen aus, um eine Infektion beim Menschen auszulösen. Da das Beschwerdebild dem der Pest ähnelt und die Erkrankung sehr häufig Hasen und Wildkaninchen befällt, wird sie häufig auch als Hasenpest bezeichnet. Andere Namen sind Nagerpest, Lemmingfieber, Parinaudkrankheit und Hirschfliegenfieber. Durch die Zubereitung und der Verzehr von nicht genügend durchgegartem Fleisch entsteht ein Infektionsrisiko. Im tiefgekühlten Wildbret bleibt die Ansteckungsfähigkeit über Monate hinweg erhalten. Beim Umgang mit dem rohen infizierten Fleisch, etwa beim Auftauen, ist eine Infektion nicht ausgeschlossen. Eine Übertragung wird auch durch die Inhalation erregerhaltigen Staubes oder kleiner Bluttröpfchen, in denen sich der Erreger befindet, oder durch Zecken und Steckmücken hervorgerufen. Bei der inneren Form der Tularämie des Menschen handelt sich um eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung, die behandelt noch in ca. 5 % der Fälle tödlich verläuft. Ohne antibiotische Behandlung ist die Sterblichkeit deutlich höher. Hasen und Kaninchen werden in Schleswig-Holstein bei möglichen Anzeichen von Hasenpest zur Untersuchung ins Landeslabor eingesendet. Von den 2014 durchgeführten 13 Untersuchungen wurde im November 2014 erstmals  ein Hase positiv getestet. Dies ist der erste Befund seit Anfang der 90er Jahre.