Ebola 2014 / 2015

 

August 2015

Erstmals wirkt ein Ebola-Impfstoff nachweislich:

In einer Studie in Guinea schützte das Mittel VSV-ZEBOV die Teilnehmer zuverlässig vor einer Ansteckung mit dem Virus. Geimpft wurden Menschen, die mehr oder weniger Kontakt zu Neuinfizierten hatten und als besonders gefährdet galten. In dem Feldversuch wurden über 4000 Teilnehmer geimpft. Die Studie ergab, dass der Impfstoff nach zehn Tagen zu 100 Prozent vor einer Ebola-Ansteckung schützt, wenn er frühzeitig gegeben wird.

Zudem wolle die WHO aus ihren Fehlern während der Ebola-Krise mit mehr als 11.000 Toten lernen und habe umfangreiche Reformen eingeleitet.

Die Studie, an der unter anderem die WHO und der amerikanische Pharmakonzern Merk & Co beteiligt waren, wird im Fachblatt The Lancet vorgestellt.

Ein für Impfungen zuständiges WHO-Gremium sprach von einem akzeptablen Sicherheitsprofil. Es habe auch in vergangenen Versuchen mit VSV-ZEBOV bei einigen Geimpften Nebenwirkungen wie Fieber und Gelenkschmerzen gegeben, diese seien aber zu akzeptieren gewesen, bestätigte Prof. Stephan Becker von der Universität Marburg. Norwegens Außenminister Børge Brende jubelte: „Dieser neue Impfstoff könnte die Königswaffe gegen Ebola werden.“ Das Land hatte sich ebenso wie Kanada und Guinea an der Studie beteiligt. Allerdings kann der Einsatz des Impfstoffs nach Angaben der Studienautoren in Afrika problematisch sein, da das Mittel kalt gelagert werden muss.

„Ich bin wirklich heilfroh, dass das geklappt hat“, lobte der Marburger Virologe Becker. „Es hatte keiner mehr zu hoffen gewagt, dass man bei diesem Ausbruch in Westafrika die Wirksamkeit eines Impfstoffes noch überzeugend beweisen kann.“ Becker rechnet mit einer vergleichsweise schnellen Zulassung des Impfstoffs. Er gehe zudem davon aus, dass es genügend Impfstoff gebe, da ihn mehrere Pharmafirmen produziert hätten und noch einige Versuche mit dem Impfstoff liefen. Der Impfstoff soll nach Angaben der Studienautoren zudem nicht flächendeckend eingesetzt werden wie bei Masern oder Kinderlähmung, sondern nur bei Ebola-Ausbrüchen.

Trotz des Erfolges sind nach WHO-Angaben noch mehr Nachweise für den sicheren Schutz von größeren Gruppen nötig: Deshalb werde die Testphase noch weiterlaufen.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die im Rahmen der Studie den Impfstoff 1200 Menschen in Guinea gespritzt hatte mahnte jedoch: Es bleibe unverzichtbar, Kontaktpersonen aufzuspüren sowie die Gesundheitsaufklärung und die Isolierung der Infizierten fortzusetzen.

Obwohl die Neuansteckungen in Guinea, Liberia und Sierra Leone seit Jahresbeginn stark zurückgegangen sind, ist das Virus noch nicht besiegt. Ein Erkrankter reicht, um die Epidemie wieder ausbrechen zu lassen. In den Ländern werden weiterhin einzelne Fälle nachgewiesen. In Westafrika wurden bereits mehr als 11 200 Ebola-Tote registriert, die meisten in den drei genannten Ländern.

Ebola – genauer das Ebolafieber – ist eine tropische Viruserkrankung. Die (erst) nach einigen Tagen auftretenden Symptome ähneln einer beginnenden Grippe. Es schließt sich Fieber mit mehr als 38,5 ° Celsius an, sowie sich ausbreitende Blutungen, Kennzeichen eines hämorrhagischen Fiebers. Damit einher gehen unterschiedliche, starke Körperfunktionsstörungen, die Infektion breitet sich im Organismus aus. Momentan versterben 50% bis 90% der Erkrankten. Die Übertragung erfolgt nach derzeitigem Kenntnisstand über Körperflüssigkeiten Erkrankter, Kontamination von Materialien und auf unterschiedlichem Weg über bestimmte oder vermutete Tierarten. Ein zugelassenes Heilmittel gibt es zur Zeit nicht. In der Erprobung befindliche Impfstoffe und Arzneimittel weisen aber bereits Anfangserfolge auf. Wegen der großen Ansteckungsgefahr sind für Ärzte und Pflegekräfte besondere Schutzmaßnahmen zwingend erforderlich. Das Tragen geeigneter Schutzbekleidung, der Einsatz der richtigen Desinfektionsmittel und die genaueste Einhaltung entsprechender Hygienemaßnahmen sind lebenswichtig .Geeignete Maßnahmen sind auch für Betreuer, Rettungs- und Sicherheitskräfte, sowie alle Personen, die der Gefahr einer Übertragung ausgesetzt sind, durchzuführen. Hierzu verweisen wir auf die Vorgaben und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI). In unserem AGS Nord Shop bieten wir Ihnen entsprechende Artikel zum Schutz vor Infektionen an.