Vogelgrippe aktuell

In jüngerer Zeit wird die Bezeichnung „Vogelgrippe“ vor allem für jene Unterformen der Erkrankung verwendet, die vom Tier auf den Menschen übergegangen sind. Solche Erkrankungen werden als Zoonose bezeichnet. In Abhängigkeit vom jeweiligen Virusstamm können diese Infektionen beim Menschen auch tödlich verlaufen. Bei einer Infektion des Menschen kann es in leichteren Fällen zu Bindehautentzündungen oder zu grippeähnlichen Symptomen kommen. Bei Infektionen mit bestimmten Virusstämmen, zum Beispiel dem aus Asien stammenden H5N1 Virus, können auch schwere Lungenentzündungen mit Todesfolge ausgelöst werden.

02.03.2015

Form der Vogelgrippe bei einem Putenbetrieb im Landkreis Cuxhaven festgestellt.

Maßnahmen zur Bekämpfung der Tierseuche wurden durch den Landkreis Cuxhaven eingeleitet.

 Eine Form der Geflügelpest (Infuenza-A-Subtyp H7) wurde bei einem konventionellen Putenbestand im Landkreis Cuxhaven festgestellt. Die Variante H7 ist für die Tiere deutlich weniger gefährlich und nicht mit den erloschenen Vogelgrippe-Ausbrüchen in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland im letzten Jahr mit H5 N8 zu verwechseln. Diese jetzt gefundene niedrigpathogene Variante tauchte zuletzt 2013 in Niedersachsen auf. Betroffen ist ein konventioneller Putenbestand mit ca. 23.500 Tieren ohne Freilandhaltung im westlichen Bereich des Landkreises Cuxhaven. Auf Grundlage der bisherigen amtlichen Ergebnisse wurden die Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Tierseuche nach den bundesrechtlichen Vorschriften durch den Landkreis Cuxhaven eingeleitet. Der Bestand wurde gesperrt. Die Tiere des betroffenen Bestandes werden tierschutzgerecht getötet. (Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) Task Force Veterinärwesen)

07.11.2014 mehr als 30.000 Tiere getötet

Die ersten Fälle der hochansteckenden Vogelgrippe sind nun auch in Europa bestätigt. Die Viruserkrankung ist vor allem für Hühner, Gänse und Puten gefährlich. "Wir haben eine Situation, die uns daran erinnert, was wir 2006 bei H5N1 erlebt haben. An dem Erreger H5N1 steckten sich weltweit seit 2003 weit über 600 Menschen an; zahlreiche Infizierte starben, sagte Thomas C. Mettenleiter, der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).

Das jetzt in Europa aufgetauchte Virus H5N8 war zuvor nur aus Asien bekannt. «Wie jedes andere hochpathogene Virus hat es eine Veränderung im Genom, so dass es sich schnell im gesamten Tier ausbreitet und dann zum Tod führt», erläutert Thomas Mettenleiter. Eine Übertragung auf den Menschen könne grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden.

 16.11.2014:  150.000 Hühner in den Niederlanden getötet

Zudem verfügten die Behörden am Sonntag für die gesamten Niederlande ein 72-stündiges Verbot aller Transporte von Geflügel und Eiern sowie Dung und gebrauchtem Streu aus der Geflügelhaltung. In dieser Zeit gelte für Geflügel überall im Land Stallpflicht.

17.11.2014 6000 Tiere in England getötet

Auf einer Geflügelfarm in der britischen Grafschaft East Yorkshire ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Das bestätigte das britische Agrarministerium. Alle 6000 Tiere wurden gekeult.

Vogelgrippe in Asien 

In Asien grassierte der Vogelgrippe-Erreger H5N8 zuerst. Dort tauchte das Virus erstmals im Januar 2014 auf. Vor allem in Südkorea zirkuliert das Virus seitdem dauerhaft zwischen Wildvögeln und den Nutzgeflügelpopulationen. Seit Anfang des Jahres mussten Geflügelzüchter dort rund zwölf Millionen Tiere vorsorglich töten, erklärt das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI).

Eine Übertragung des H5N8 – Erregers auf den Menschen könne man nicht ausschließen, weshalb schnelle Schutzvorkehrungen getroffen werden müssten, sagte FLI Präsident Thomas  Mettlenleiter.